Geschwindigkeitsmessanlage Schweinsberg

 

Erste Ergebnisse bestätigen die Kritiken von Anwohnern

Auf Anregung des Vereins Unser Schweinsberg wurde Ende März eine Geschwindigkeitsmessanlage an der Niederofleidener-Strasse installiert. Vielfach waren bereits Diskussionen bei den Anwohnern entstanden, dass Fahrzeuge mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in den Orts-bereich fahren, zumal an dieser Stelle einbiegender Verkehr einer Landstraße, Ausfahrt eines Pizzarestaurants und kurz darauf ein Kreisverkehr folgen. Zudem müssen hier Fußgänger und insbesondere Schüler aus dem Neubaugebiet die Straße überqueren.
Der Verein nahm diese Problematik auf und stimmte in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat und der Stadt die Aufstellung einer Messanlage ab. Die Finanzierung übernahm der Verein unter Mithilfe von Spendern, die das Anliegen ausdrücklich unterstützten.
Die Stadtverwaltung legte dabei besonderen Wert auf eine Daten-Erfassung von Fahrzeugaufkommen, sowie Anzahl und Höhe der Geschwindigkeitsübertretungen. Entsprechend wurde ein Übergabe- /Nutzungsvertrag zwischen dem Verein und der Stadtverwaltung abgeschlossen.
Die Anlage zeigt dem Fahrzeugführer seine aktuelle Geschwindigkeit aus Richtung Homberg/Ohm nach dem Passieren des Ortseingangsschildes.
Mit Beginn der Messungen am 15.03.2020, nach 47 Tagen hier die Ergebnisse. Nach der ersten nun erfolgten Auswertung passierten in dieser Zeit 92.407 Fahrzeuge die Anlage, ein Tagesdurchschnitt von täglich knapp 2.000, nur aus dieser Richtung und das im Zeitrahmen der Corona-Einschränkungen. Dabei wurden 51,76 % Geschwindigkeits-überschreitungen erfasst. Die Höchstgeschwindigkeiten wurden mit Messwerten von 154 km/ am 19.03.2020 um 19.00 Uhr und 142 km/h am 06.04.2020 um 8.00 Uhr erreicht.
Daneben ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der Verkehrsmessung März-April auch witterungsbedingt mit niedrigeren Geschwindigkeiten zu rechnen war. Auch ist das Aufkommen von Motorrädern im Hinblick auf die Jahreszeit verschwindend gering. Aber gerade in den Sommer-monaten ist immer wieder eine erhebliches Gefahrenpotential aufgrund Geschwindigkeitsüberschreitungen beklagt worden.
 Mit diesen Daten bestätigt sich das subjektive Unsicherheitsgefühl der Verkehrsteilnehmer mit den bisherigen Beobachtungen, dass an dieser Stelle, wegen Nichteinhaltung der Geschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften, oft gefährliche Situationen entstanden, die bislang glimpflich ausgingen, so dass wirksame verkehrliche Maßnahmen geboten sind.
Nach Aussage des Ortsvorstehers Adolf Fleischhauer, sind im Ortsbereich noch weitere Gefahrenstellen, insbesondere an Schule, Kindergarten, Spielplatz und anderen Ortseinfahrten, in denen eindeutig zu schnell gefahren wird und erwogen wird auch hier Messungen im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung vorzunehmen.